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Australian Shepherd – ein aktiver Hund für aktive Menschen

Trotz ihres Namens stammen die Hütehunde aus den USA. Seit den Siebzigerjahren stieg die Beliebtheit der Australian Shepherds auf der ganzen Welt an, sodass sich die Tiere inzwischen auch als Familienhunde wiederfinden. Damit das auf Dauer funktioniert, brauchen die äußerst intelligenten und aktiven Vierbeiner die tägliche Auslastung. Aussies. wie die Hunde liebevoll genannt werden, sind damit ein idealer Begleiter für aktive Menschen.
Besonderheiten
  • ausgeglichen und gutmütig
  • Arbeitshund und Familienhund
  • braucht intensive Beschäftigung

Rasseportrait: Australian Shepherd

KriteriumDetails
HerkunftNordamerika
KlassifikationHüte- und Treibhunde
GrößeRüden 51–58 cm; Hündinnen 46–53 cm
Gewichtnicht festgelegt, ca. 17-27 kg
Körperbauausgeglichen
Augenmandelförmig in Blau, Braun, Bernsteinfarben oder Kombinationen davon
Ohrendreieckig, nach vorne gekippt, Spitze leicht abgerundet
Fell und Farbemittellang, glatt bis leicht wellig mit dichter Unterwolle; am Kopf, an der Außenseite der Ohren, der Vorderseite der Vorderbeine und unterhalb der Sprunggelenke kurz und glatt

4 Grundfarben schwarz, rot, marmoriertes schwarz mit grauer Grundfarbe sowie marmoriertes rotbraun mit hellroter-beiger Grundfarbe, ggf. mit weißen und/oder kupferfarbener Zeichnung

Besonderheitenbraucht mentale und körperliche Auslastung, sonst sucht er sich seine Aufgaben selbst und hütet die Familienmitglieder; hervorragend geeignet als Arbeitshund oder für Hundesport
Charakteraktiv, ausgeglichen, gutmütig intelligent
Pflegegelegentliches Bürsten
GesundheitÜberempfindlichkeit gegen mehrere Arzneistoffe auf. Darüber hinaus sind Epilepsie, Katarakt, Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie (HD/ED), Autoimmunkrankheiten, Gebissfehler, Allergien, Schilddrüsen- und Herzprobleme
ZuchtVDH-, CASD-, ASCA- und FCI-Papiere

Was macht das Erscheinungsbild eines Aussies aus?

Der Körperbau eines Australian Shepherd ist ausgeglichen, die Größe mit 50,5 bis 58,5 cm bei Rüden und 45,7 bis 53,4 cm bei Hündinnen mittelgroß. Die Hunde haben ein halblanges, wetterbeständiges, glattes bis leicht gewelltes Fell, das am Kopf, an der Außenseite der Ohren, der Vorderseite der Vorderbeine und unterhalb der Sprunggelenke glatt und kurz ist.

Bei dieser Hunderasse können vier Grundfarben – Schwarz, Rot, marmoriertes Schwarz mit grauer Grundfarbe sowie marmoriertes Rotbraun mit hellroter-beiger Grundfarbe auftreten. Diese wiederum stehen entweder für sich allein oder sind mit weißen und/oder kupferfarbenen Zeichnungen durchzogen. Die Bereiche um Augen und Ohren sind dabei überwiegend von allen Farben außer Weiß beherrscht.

Einige Hunde haben eine natürliche Stummelrute, andere eine normale Rute, wobei diese in einigen Ländern standardmäßig kupiert wird. Das ist in Deutschland und Österreich allerdings verboten.

Als Augenfarben kommen neben Braun Bernsteinfarben und Blau sowie jede dieser Kombinationen infrage, d. h. einige haben gefleckte oder marmorierte Augen. Die Ohren sind laut Rassestandard dreieckig, nach vorne gekippt und nach vorne leicht abgerundet.

Die Tiere zeichnen sich durch einen geraden Rücken aus, der erst ab der Kruppe abfällt. Sie haben einen leichten, weichen, freien und ausbalancierten Gang.

Der Name täuscht – die Herkunft der Australian Shepherds

Trotz seines Namens liegt der züchterische Ursprung des Shepherds in Nordamerika, wohin baskische Schäfer samt ihrer Schafe im 19. Jahrhundert auswanderten. Diese als „Australian Sheep“ bezeichneten Merinoschafe waren schließlich namensgebend für die Hüte- und Treibhunde. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet sich diese Rasse weltweit mit steigender Beliebtheit auch als Familienhund (ähnlich dem Collie).

Wesen und Charakter – bloß keine Langeweile aufkommen lassen

Ein Australian Shepherd ist sehr gelehrig und intelligent und will seinem Besitzer zumeist gefallen. Entsprechend selten suchen die Tiere Streit. Der Aussie hat einen ausgeprägten Hüte- und Bewacherinstinkt und hebt sich als hervorragender robuster und ausdauernder Arbeitshund hervor. Ihm übertragene Aufgaben nimmt das Tier ernst und ist stets äußerst loyal. Durch seine Züchtung als Hütehund hat er eine gute Beobachtungsgabe und vermag oft selbst zu entscheiden, was zu tun ist.

Fremden gegenüber verhält sich diese Rasse zunächst meist etwas reserviert, was durch eine sorgfältige Erziehung jedoch in den Griff zu bekommen ist. Schwieriger in den Griff zu bekommen ist allerdings die relativ niedrige Reizschwelle bei Geräuschen, plötzlichen Bewegungen oder Geräusche. Schließlich hat der Aussie diese Eigenschaft beim Hüten der Schafe nie gelernt. Um einen entspannten Stadthund zu erziehen, bedarf es also einer frühzeitigen Sozialisierung und Gewöhnung an die Umwelt.

Die Erziehung ist einfach, die Haltung erfordert viel Zeit

Ein Aussie ist im Vergleich zu anderen Hunderassen relativ leicht zu erziehen. Er reagiert sensibel auf Ansagen und hat den Willen, sich einzubringen und der Familie zu gefallen. So sind für die Erziehung Souveränität, Begeisterungsfähigkeit und Konsequenz entscheidende Merkmale, eine harte Hand ist bei den Tieren nicht erforderlich. Nichtsdestotrotz sollte man dem Hund nicht allzu viel durchgehen lassen: Aussies spüren jede Inkonsequenz ihres Halters und nutzen diese schamlos zu ihren Gunsten aus.

Die Auslastung ist bei einem Shepherd besonders wichtig, da die Tiere sonst dazu neigen, überwachsam zu werden, Menschen zu hüten und sich ihre Aufgaben selbst suchen und beispielsweise die Inneneinrichtung zerlegen, sobald man sie aus den Augen lässt. Intelligenzspielzeuge, Bälle und Seile gehören also auf jeden Fall in einen Haushalt, in dem ein Shepherd eingezogen ist.

Vor allem im ersten Lebensjahr ist bei dieser Rasse jedoch wichtig, Ruhe zu vermitteln. Dauerbeanspruchte Hunde neigen später dazu, zu einem Flummi zu mutieren, der niemals müde und permanent aufgedreht ist.

Da die Tiere sehr sozial sind, sich gut mit anderen Artgenossen vertragen und auch den Kontakt zu anderen Aussies lieben, werden die Vierbeiner nicht selten zu zweit in Familien gehalten. In jedem Fall aber lieben sie den Familienanschluss und möchten immer dabei sein. Als Zwinger- oder Hofhunde sind die Tiere deshalb auf keinen Fall geeignet.

Für wen eignet sich ein Australian Shepherd?

Wie alle Hütehunde eignen sich Australian Shepherds nur für aktive Halter, die sich intensiv mit den Hunden beschäftigen und sie auslasten. Neben ausdauernden sportlichen Betätigungen wie Fahrradfahren gehören dazu mentale Auslastungen bei allen Varianten des Hundesports. So finden sich die Tiere oft als Rettungs- und Drogenspürhunde.

Bei ausreichender Auslastung eignen sich Australian Shepherds auch als Familienhunde. Diese erreichst du am ehesten durch ausgedehnte Spaziergänge mit wechselnden Streckenverläufen, Radfahren und Wandern. Im Optimalfall ist bei jeder dieser Touren ein Stopp geplant, der Zeit zum Frisbee oder Ballspiel lässt. Für Zuhause eignen sich vor allem Intelligenzspielzeuge für die mentale Auslastung.

Was muss ich bei Gesundheit, Pflege und Ernährung eines Aussies beachten?

Trotz des langen Fells ist die Fellpflege recht unkompliziert. Steht nicht gerade der Fellwechsel an, reicht es aus, die Tiere gelegentlich zu bürsten. Scheren sollte man das Fell auf keinen Fall, da sonst die Haarstruktur kaputt geht. Ohren, Augen und Pfoten sollte man ebenfalls täglich kontrollieren und bei Bedarf behandeln.

Einseitige Ernährung führt zu Mangelerscheinungen und fördert Allergien und Krankheiten. Wie viel Futter der Hund erhalten soll, ist über sein Gewicht zu ermitteln. Die Angabe des Herstellers auf der Verpackung richtet sich danach. Hast du diese die ersten Male abgemessen, weißt du für die Zukunft, wie voll der Napf sein sollte. Für ältere Hunde, deren Stoffwechsel nicht mehr so intensiv arbeitet und die sich weniger bewegen, gibt es energieärmeres Seniorenfutter. Umgekehrt gibt es für Welpen besonders energiereiches Futter. Ob sich als Hundefutter dabei Trocken- oder Nassfutter besonders gut eignet, ist umstritten. Hier hat wohl jeder Halter seine eigene Präferenz.

Gesundheitliche Probleme

Wie auch bei Collies tritt bei Australian Shepherds häufig eine Überempfindlichkeit gegen mehrere Arzneistoffe auf. Darüber hinaus sind Epilepsie, Katarakt, Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie (HD/ED), Autoimmunkrankheiten, Gebissfehler, Allergien, Schilddrüsen- und Herzprobleme verbreitete Krankheiten. Bei Merle-Merle-Verpaarungen kann es darüber hinaus zu schweren Defekten wie Blindheit oder Taubheit kommen. Diese Kreuzungen sind in Deutschland und Österreich als Qualzuchten gesetzlich verboten.

Die Anschaffung bei einem Züchter

Über den Tierschutz, aus dem Tierheim oder direkt von einem Züchter – Möglichkeiten, um an einen Hund zu kommen gibt es gleich mehrere. Dabei solltest du dir vorher überlegen, für welche Herkunft du dich entscheidest. Fällt die Wahl auf einen Züchter, befrage ihn nach seinen Zuchtzielen. Hier legt jeder Wert auf unterschiedliche Charaktereigenschaften, sodass es sehr unterschiedliche Temperamente gibt. Wichtig ist schließlich, einen Hund auszuwählen, der perfekt zu deiner Energie und deinem Lebensstil passt.

Merkmale für die Reinrassigkeit eines Australian Shepherds

Das erste Zuchtbuch für Australian Shepherds hat 1957 der Australian Shepherd Club of America (ASCA) eröffnet. Der Standard ASCA ist seit 1977 in Kraft, seit den Neunzigerjahren gibt es einen Rassestandard, wobei die Fédération Cynologique Internationale (FCI) die Australian Shepherds erst 1996 als eigene Rasse anerkannt hat.

Laut Rassestandard dürfen die Ohren nicht stehen oder hängen. Weiße Stellen am Körper oder unpigmentierte Nasen gelten als Mangel. Eine ausführliche Beschreibung des Rassestandards neben oben genannten Merkmalen findest du hier: http://www.australian-shepherd-club.ch/Co…

Was kostet ein Aussie bei einem Züchter?

Die Kosten für die Anschaffung eines reinrassigen Welpen belaufen sich auf etwa 800 bis 1.500 Euro. Alles, was darunter liegt, gehört zu Dumpingpreisen, mit denen ein Züchter seine Kosten kaum decken kann. Meist geht das zulasten der Aufzuchtbedingungen, sodass du davon lieber die Finger lassen solltest.

Wo finde ich Züchter von Australian Shepherds?

Für Australian Shepherds gibt es mehrere Vereine. Vertrauensvoll sind Züchter, die FCI-/VDH-/CASD- oder ASCA-Papiere vorweisen können. Bei anderen ist die Herkunft der Hunde nicht immer nachvollziehbar oder die Züchter wurden aufgrund von Verstößen mit einem Zuchtverbot belegt und von den Vereinen ausgeschlossen.

In jedem Fall lohnt sich genaues Nachfragen und eventuell auch ein Besuch beim Züchter der Wahl, um sich vor Ort ein Bild von den Zuchtbedingungen zu verschaffen. Ein Faktor ist da natürlich der muntere Zustand der Welpen und eine gesunde Mutter. Die Zuchtstätte sollte sauber und gepflegt sein und einen Familienanschluss bieten. Für Impfungen und Entwurmungen gibt es offizielle Nachweise und auch der juristisch einwandfreie Kaufvertrag gehört zu den Indizien eines guten Züchters.

Eine Liste von Züchtern findest du hier: https://www.vdh.de/welpen/zuechter?id=23.

Weitere Informationen

Für den Aussie gibt es gleich mehrere Vereine, bei denen du detaillierte Informationen zu Züchtern erhältst und die auch Tiere in Not vermitteln.

Australian Shepherd Club Deutschland e.V.

Rike Geist
1. Vorsitzende
Dorfstraße 15a
18356 Pruchten
Tel.: 0173 / 30 35 691
https://ascdev.de/

Australian Shepherd Competition Club Germany

Walter Reintges
Wallenthaler Str.13
53894 Mechernich
Tel.: 02443 3184850
eMail: president@asccg.de
http://www.asccg.de

Australian Shepherd Versatility Association

Geschäftsstelle/Vorstand ASVA e.V.
Simone Wagner
Büdericher Str. 48
D-41564 Kaarst
(+49) 0179 4960206
president@asvaev.net
https://asvaev.net

Australian Shepherd Hütehunde ZuchtGemeinschaft e. V.

ASHZG e. V.
Sprützmoor 54 B
D-22547 Hamburg
Telefon 040 / 8306745
https://www.ashzg.de

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